...dass Georg Büchner aus Hessen stammte, nur 23 Jahre alt wurde und doch zu den weltweit bedeutendsten Dramatikern gehört?

BchnerGeburtshaus151px 02In diesem und dem kommenden Jahr 2013 erinnert das Land Hessen an Georg Büchner - den genialen Autor, den hochbegabten Naturforscher und den demokratischen Revolutionär. Er starb vor 175 Jahren, am 19. Februar 1837. Geboren wurde er vor bald 200 Jahren, nämlich am 17. Oktober 1813, in Goddelau. In dem südhessischen Ort, der nun zu Riedstadt gehört, steht nicht nur das Geburtshaus des Autors, sondern auch die Büchner Bühne.

Das 1665 erbaute Geburtshaus aus Fachwerk ist der letzte Originalschauplatz in Deutschland, der an das Leben des Dichters, Revolutionärs und Naturwissenschaftlers erinnert. Georg Büchner war das erste von sechs Kindern, von denen es alle bis auf Mathilde, die bescheiden im Hintergrund blieb, im Laufe ihres Lebens zu Ansehen gebracht haben: Unter seinen Geschwistern waren Schriftsteller, eine Frauenrechtlerin, ein Philosoph, ein Politiker und ein Professor für Literaturgeschichte.

Die BüchnerBühne entstand im Sommer 2008 aus einer Initiative des gebürtigen Goddelauer Regisseurs & Schauspielers Christian Suhr und befreundeter Kollegen. Christian Suhr arbeitete zuvor lange Jahre in Berlin, unter anderem am Berliner Ensemble, für das Schillertheater, Hebbeltheater und das Deutsche Theater. Zu den für seine Karriere wichtigsten Regisseuren gehören Einar Schleef und Fritz Marquardt. Nach einer durch Heiner Müller geförderten Regie-und Autorentätigkeit, einer Anstellung als Schauspielleiter am Theater der Stadt Brandenburg, und der Gründung des  Theaternetzwerkes PAN in Berlin, um nur einige Stationen zu nennen, kehrte Christian Suhr in seine Heimatstadt zurück.

Die nächste Premiere der engagierten Theaterleute wird das Stück "Wenn es Rosen sind, werden sie blühen. Georg Büchner - Eine deutsche Revolution" am 24.2.2012 sein: 

Die Geschichte erzählt den tragisch gescheiterten Anlauf zu einer radikalen Erneuerung Deutschlands im absolutistischen Polizeistaat Hessen. In der Gegenüberstellung des Dichters und Mediziners Büchner und dem protestantischen Theologen Ludwig Weidig wird daran erinnert, daß Deutschland eine wirkliche Widerstandstradition mutiger Einzelgänger hat. Ausgangspunkt ist die »Hessische Verschwörung« von 1834, deren Manifest, Der Hessische Landbote, verfaßt von Georg Büchner, redigiert von Ludwig Weidig -, zu den einflußreichsten Dokumenten der Weltliteratur gehört. Verfolgung, Exil und Resistance, Flucht und Folter, politische Justiz und Geheimpolizei: Mächte und Schicksale, die auch das 21. Jahrhundert prägen, erscheinen bereits auf der Bühne des kleinen, zurückgebliebenen Feudalstaates der Ära Metternich.

Mitten in der idyllischen Zeit des Biedermeier erklingt hier der Kampfruf: »Friede den Hütten! Krieg den Palästen!« – Doch beim Volk bleibt er noch lange ungehört …

Auf der Büchner Bühne lässt sich nicht nur bei dieser Premiere ein Stück deutscher Geschichte passend zum Büchner Jubiläum begreifen. Allein bis zum März 2012 werden acht verschiedene Stücke aufgeführt. Zurzeit sucht die Büchner Bühne noch Freunde und Förderer jeder Art, arbeitet aber bereits mit einem Pool aus zwölf Schauspieler zusammen.

Link zur Büchner Bühne Riedstadt