Das Branchenbuch für Hessens Kulturlandschaft.
Finden Sie Künstler, Musiker, Theater, Förderpreise und vieles mehr…
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Hessen besitzt eine sehr lebendige und in sich unterschiedlich ausgeprägte Theaterlandschaft. Von der Oper, dem klassischen Drama, dem modernen Schauspiel über das klassische Ballet hin zum modern dance, von der Operette, dem Musical, dem Kabarett, der Volksbühne oder dem Boulevardtheater bis hin zum experimentierfreudigen Freien Theater und Kinder- und Jugendtheater: In Hessen wird den Theaterfreunden eine Vielzahl an Möglichkeiten geboten. Dies betrifft alle Regionen in Hessen, wobei auch hier das Rhein-Main Gebiet mit seiner Konzentration an größeren Städten wie Darmstadt, Wiesbaden und Frankfurt einmal mehr im Kulturleben Hessens eine besondere Rolle spielt.
Stellt man eine Liste der Spielstätten von zentraler Bedeutung auf, so gehören die drei hessischen Staatstheater in den historischen Residenzstädten Wiesbaden, Kassel und Darmstadt dazu. Sie bieten eine breite Palette von Veranstaltungen und sind mit ihren Programmen kulturelle Anziehungspunkte für verschiedene Altersgruppen. Alle sind Mehrspartenhäuser mit Musiktheater, Konzerten, Schauspiel, Tanztheater und manchmal auch Kinder- und Jugendtheater. Diese drei Häuser werden mit starker finanzieller Förderung des Landes Hessen betrieben.
Das Stadttheater Gießen und das Landestheater Marburg sind für das theaterbegeisterte Publikum im mittelhessischen Raum die Orte, an denen es sich mit Schauspiel, Tanztheater, Konzerten, Kinder- und Jugendtheater oder Musiktheater auseinandersetzen kann.
Die Städtischen Bühnen in Frankfurt mit Schauspiel und Oper bieten spannende und viel diskutierte Inszenierungen im Schauspiel und eine international renommierte Oper, die mit ihrer Arbeit zahlreiche Preise gewinnen konnte und unter anderem "Oper des Jahes" wurde. Das früher als dritte Sparte von William Forsythe geleitete "Ballett Frankfurt" wird inzwischen mit der Gründung der Forsythe Company selbständig weitergeführt. Die Kompanie wird von den Ländern Hessen und Sachsen, den Städten Frankfurt am Main und Dresden sowie privaten Sponsoren gefördert.
Die Hessischen Theatertage bündeln alle zwei Jahre an unterschiedlichem Ort das Angebot der Bühnen. Gemeinsam mit der Hessischen Theaterakademie, den Angewandten Theaterwissenschaften der Universität Gießen und den im „tanzplan“ 21 zusammengefassten Instituten präsentieren eine Leistungsschau dessen, was auf hessischen Bühnen geleistet wird. Eine Öffnung auch gegenüber der Szene der Freien Theater ist dabei keine Frage mehr, die sich vor allem im Landesverband der Freien Theater Hessen versammelt hat. Auch sie kommen im Rahmenprogramm mit Stücken auf die Bretter, die die Welt bedeuten.
Die meisten der großen und mittleren Städte in Hessen haben neben den großen Häusern Orte vorzuweisen, die mit ihren Produktionen und Gastprogrammen ein reges Echo finden – und teilweise international ausstrahlen.
Das ist in Frankfurt das Künstlerhaus Mousonturm mit seiner besonderen Tradition im modern dance, aber auch das durch das Volkstheater Frankfurt, das durch seine frühere Prinzipalin Liesl Christ, der „Mama Hesselbach“ aus der gleichnamigen Fernsehserie zu Berühmtheit gelangt ist. Mit dem English Theatre kann die Stadt auf das größte fremdsprachige Theater Europas verweisen, das Theaterhaus Frankfurt gilt als führend im Bereich Kinder- und Jugendtheater und bildet mit anderen Veranstaltern im Umkreis von Frankfurt die Basis für das Kinder- und Jugendtheaterfestival Starke Stücke.
Mit dem Stalburgtheater, dem Theater Willy Praml in den Naxoshallen, dem Gallustheater, der Interkulturellen Bühne, dem Internationalen Theater, der Komödie, dem Fritz-Rémond Theater und noch vielenweiteren Spielorten aber auch zahlreichen freien Theaterensemblesweist die Mainmetropole eine Dichte an Theaterkultur auf, die – auch hinsichtlich ihrer Förderung – bundesweite Vergleiche nicht zu scheuen braucht. Sie ist mit der Hochschule für Musik und Darstellende KunstSitz der Hessischen Theaterakademie und auch der Landesverband der Freien Theater in Hessen hat in Frankfurt seine Geschäftsstelle, von der aus er die Kinder- und Jugendtheatertage in Hessen - Kaleidoskoporganisiert.
In Darmstadt ist das Theater Moller Haus für freies Theater eine Heimstadt, in Marburg das theater im g-werk und in Kassel kümmert sich unter anderem dieKulturfabrik Salzmann um diese Szene, deren Protagonisten auch bundesweit zu Festivals eingeladen werden und mit ihren Produktionen häufig auf größeren Bühnen zu finden sind.
Überhaupt Festivals: Dass Hessen ein Theaterland ist, das zeigt sich nicht nur an der Vielfältigkeit seiner festen Bühnen oder freien Spielorte. Jedes Jahr findet vom späten Frühjahr bis in den Herbst hinein ein reges Festivaltreiben statt, das vom Norden bis in den Süden international bekannte Namen vorzuweisen hat. Dieses Thema kann aber hier wegen seiner Dichte nur ansatzweise gestreift werden. Die Bad Hersfelder Festspiele, die Maifestspiele in Wiesbaden, die Hessischen Theatertage aber auch die Wetzlarer Festspiele und die in Heppenheim, Bad Vilbel oder Bensheim-Auerbach, die in vielen Fällen historische Gemäuer nutzen: sie stehen hier nur als Stellvertreter für ein breites Angebot, dass das Kulturportal Hessen an dieser Stelle ausführlicher dokumentiert und mit detaillierten Informationen vorstellt.
Das Land Hessen beteiligt sich an dieser Theaterlandschaft mit zahlreichenFörderwegen . Vor allem die Staats- und das Landestheater Marburg wie auch das Stadttheater in Gießen sind dabei mit großen Beträgen aufzuführen. Aber auch zahlreiche Projekte und Produktionen der Freien Szene und insbesondere die Kinder- und Jugendtheaterszene mit ihren Vorhaben werden aus Landesmitteln bedacht.
Bilder: Barbara Aumüller (Staatstheater Darmstadt) , Dominik Ketz, The Forsythe Company, Theater Mollerhaus