Genazino erhält den KASSELER LITERATURPREIS FÜR GROTESKEN HUMOR

Wilhelm-GenazinoDer mit 10.000 Euro dotierte Kasseler Literaturpreis wird seit 1985 jährlich von der Stiftung Brückner-Kühner und der Stadt Kassel vergeben. Im Jahr 2013 geht er an den Schriftsteller Wilhelm Genazino.  Der Literaturpreis zeichnet Autoren aus, deren Werk auf hohem künstlerischem Niveau von Komik und Groteske geprägt ist.

Der erste Preisträger war Loriot; nach ihm wurden u. a. Irmtraud Morgner, Robert Gernhardt, Gerhard Polt und Peter Rühmkorf sowie zuletzt Ulrich Holbein ausgezeichnet. Wer diesmal den zugehörigen "Förderpreis Komische Literatur" erhält, den die Kasseler Sparkasse unterstützt, wird demnächst bekannt gegeben.

Die Preisverleihung, findet am 23. Februar 2013 im Kasseler Rathaus statt. Damit wird zugleich das 6. Kasseler Komik-Kolloquium eröffnet, das seit dem Jahr 2000 regelmäßig in Kassel veranstaltete Festival zur Literatur des Komischen mit Lesungen, Bühnenkunst, Ausstellungen und Filmen sowie einer humorwissenschaftlichen Fachtagung.

Aus der Begründung des Stiftungsrates

"Der Preis ehrt einen Autor, dessen Werk, zugleich gesellschaftskritisch und poetisch, als hervorragendes Beispiel literarischer Komik zu gelten hat. Wilhelm Genazinos ironische Erzählprosa beobachtet so heiter wie melancholisch, zu welchen Zumutungen Arbeit, Liebe, Alter, Körper oder auch Kunst durch Fremdbestimmung werden. Darüber hinaus haben diese Texte mit ihrer feinsinnigen und makellosen Sprache die Kraft der Verwandlung: Sie transformieren das Unzulängliche, das Peinliche oder die Langeweile subtil zur inneren Erfahrung einer komischen Empfindung. Das ist die Magie in Wilhelm Genazinos literarischer Schule der Besänftigung. Hier unterrichtet er uns bezauberte Leser meisterhaft in seinen Fächern Existenzkunst, Enttäuschungspraxis, Sehnsuchtsabbau, Fremdheitsüberlistung und Hoffnungsclownerie."

Über Wilhelm Genazino

Wilhelm Genazino wurde 1943 in Mannheim geboren. Nach dem Gymnasium war er zunächst freier Journalist, dann Redakteur bei verschiedenen Zeitungen und Zeitschriften, unter anderem bis 1971 bei "Pardon". Von 1980 bis 1986 wirkte er als Mitherausgeber der Zeitschrift "Lesezeichen". Wilhelm Genazino ist Autor von Romanen, Hörspielen, Theaterstücken und Essays. Sein erster Roman "Laslinstraße" erschien 1965.

Einem größeren Publikum wurde er mit seiner ab 1977 veröffentlichten "Abschaffel"-Trilogie bekannt, die die Wahrnehmungswelt eines Angestellten auf scharfsinnige, witzige und böse Art entfaltet. Soeben erschienen ist sein Buch "Idyllen in der Halbnatur", in dem der Autor erzählt, wie er schreibt, wie er zum Schreiben kam und warum die Welt so merkwürdig und ohne Bücher kaum auszuhalten ist.

2010 produzierte der Hessische Rundfunk ein großes Autorenportrait als Hörspiel mit dem Titel "Genazinos Museum", dessen Regisseurin Marlene Breuer dem Kasseler Preisträger die Laudatio halten wird.

Wilhelm Genazino ist Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, Darmstadt, der Bayerischen Akademie der Schönen Künste und im PEN-Zentrum der Bundesrepublik Deutschland. Er wurde mit vielen Preisen bedacht, unter anderem mit dem Kleist-Preis und der bedeutendsten Auszeichnung für deutschsprachige Literatur, dem Georg-Büchner-Preis.

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