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Ab dem 12. August ist im Freilichtmuseum Hessenpark eine Sonderausstellung mit Gemälden, Radierungen und Federzeichnungen von Otto Ubbelohde zu sehen: 2012 ist das 145. Geburts- und 90. Todesjahr des großen hessischen Künstlers, Malers, Grafikers und Illustrators. Zur Ausstellung stellten private Leihgeber und die Otto Ubbelode-Stiftung in Goßfelden wertvolle Leihgaben zur Verfügung.
Die Vielfalt der gezeigten Arbeiten umfasst kleinere, atmosphärisch angelegte Landschaftsstudien, einfache elementare Kompositionen wie das um 1898 entstandene Werk „Mohnblumen und Korn“ sowie „Herbstnebel“, ein groß angelegtes Gemälde von 1917, das mit seiner herbstlich-melancholischen Stimmung in das vom Krieg gekennzeichnete Leben zu passen scheint. Hinzu kommen eine große Auswahl an Landschaftsradierungen, Federzeichnungen hessischer Altstädte, einige Original-Federzeichnungen zu den Grimmschen Märchen samt verschiedener Märchen-Ausgaben, die radierte Mappe vom „Eisenhans“ (um 1910), Exlibris, Postkarten mit Vorzeichnungen, Kalender, Stadtführer, Plakatentwürfe und anderes mehr.
Otto Ubbelohde, geboren 1867, wuchs in Marburg an der Lahn auf. 1884 nahm er ein Kunststudium an der renommierten Akademie in München auf, das er 1890 mit einer besonderen Auszeichnung als Porträtist beendete. Ubbelohde war Mitbegründer der „Münchner Sezession“ und nahm regelmäßig an den Jahresausstellungen im Münchner Glaspalast teil. Studienaufenthalte führten ihn nach Süddeutschland und mehrfach in die Künstlerkolonie Worpswede, später häufiger nach Willingshausen. Obwohl als Porträt- und Landschaftsmaler ausgebildet, wurde Ubbelohde zunächst durch seine Radierkunst bekannt. Es folgten die damals beliebten Mappenwerke wie die zusammen mit seinem Freund und Lehrer Meyer-Basel herausgegebene Mappe „Marburg an der Lahn und Umgebung“.
Ubbelohde entwickelte sich in den folgenden Jahrzehnten zu einem deutschlandweit gefragten Grafiker und Illustrator, dessen Popularität besonders durch die Illustrationen zur dreibändigen Jubiläumsausgabe der Grimmschen Märchen zunahm. Diese erschien ab 1907 im Leipziger Turm-Verlag. Nach seiner Heirat mit der Bremerin Hanna Unger im November 1897 und dem Tod des Vaters im Jahr 1898 erwarb Otto Ubbelohde in Goßfelden bei Marburg ein Grundstück und begann mit dem Bau eines Atelier- und Wohnhauses, in dem die Familie ab 1900 ständig lebte. Das heute denkmalgeschützte Anwesen ist Sitz der Otto Ubbelohde-Stiftung und zugleich Ubbelohde-Museum und Forschungsstätte.
Otto Ubbelohde gehört zu den Künstlern des Aufbruchs in die Moderne. Sein umfangreiches malerisches und grafisches Werk entwickelte sich zwischen dem Naturalismus und den Kräften des Jugendstils, dessen lebensreformerische Ideen, die Verbindung von Kunst und Alltag, er auch in seinem Lebensumfeld praktizierte. Eine unheilbare Krankheit warf Otto Ubbelohde im Jahr 1922 viel zu früh aus einem künstlerisch wohl noch nicht erfüllten Leben.
Die Sonderausstellung ist vom 12. August bis zum 25. November 2012 jeweils mittwochs, samstags und sonntags von 10 bis 17 Uhr im Haus aus Gemünden (Wohra) zu sehen.
Quelle: Museum
Bild: Otto Ubbelohde, „Herbstnebel“,1917, Öl auf Leinwand, Otto Ubbelode-Stiftung