Kunst aus 14 Jahrhunderten: "Entdeckung Korea!"

Entdeckung-KoreaEin Furcht einflößender Tiger, der einen kleinen Vogel anfaucht, ein verträumt dreinblickender junger Tempeldiener - zehn deutsche Museen haben ihre verborgenen Kunstschätze aus Korea zusammengetragen, die nun nach Stationen in Leipzig und Köln erstmals im Museum für Angewandte Kunst Frankfurt (MAK) bis 9.9.12 zu sehen sind.

Die Ausstellung „Entdeckung Korea!“ zeigt Stücke aus zehn deutschen Museen - koreanische Kunst vom 6. bis zum 19. Jahrhundert – und geht auf die Initiative des Berliner Büros der „Korea Foundation“ zurück. Die Objekte bieten Überblick und Entdeckung zugleich. Denn sie rücken eine der alten Kulturen Ostasiens ins Rampenlicht, die hierzulande bislang noch viel zu wenig wahrgenommen wird. Mehr als einhundert hochkarätige Werke der Malerei, Kalligraphie, Skulptur, Keramik, Textil-, Lack- und Metallkunst sowie Möbel, Holz- und Jadeobjekte aus zweitausend Jahren machen Korea erfahrbar als ein Land, das – wenngleich fast immer im Dialog mit China und Japan – ein ganz eigenes Profil entwickelte und sich mit großer ästhetischer Sensibilität gegen die Nachbarn behauptete.

Anders als etwa in der chinesischen Kunst haben sich, so das MAK Frankfurt, die koreanischen Künstler viel mehr Freiheiten erlaubt als ihre chinesischen Kollegen. Den Werken fehlen alle Formalismen und Manierismen, sind nicht immer ebenmäßig geformt und wirken dynamischer und spontaner als Vergleichbares aus dem ostasiatischen Raum. Die Ausstellungsobjekte weisen einerseits eine höfische, am konfuzianischen Denken orientierten Formsprache auf, andere verwenden Elemente der Volkskunst mit einer frische Farbigkeit.

Die Ausstellung „Entdeckung Korea!“, die historisch in der Zeit um 1900 endet, gibt bereits einen Ausblick auf die außerordentlich dynamische Entwicklung Koreas, vor allem Südkoreas, seit dem 20. Jahrhundert. Bereits während der Laufzeit der Schau „Entdeckung Korea!“ wird es ein Schaufenster und eine Reihe von Plattform-Veranstaltungen geben, die in Vorträgen und Diskussionen auf das Projekt „Korea Power“ im Frühjahr 2013 einstimmen. In dieser weiterführenden Ausstellung wird es um Themen wie Produktgestaltung, Grafik- und Webdesign sowie um die Frage nach einem zeitgemäßen „koreanischen Stil“ im 21. Jahrhundert gehen.

Quellen: MAK, hr-online