Das Branchenbuch für Hessens Kulturlandschaft.
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Während in Frankfurt lange über die Gestaltung des alten Viertels um den Römer herum debattiert wurde, ist nicht unweit der Stadt und in unmittelbarer Nähe eines kulturhistorischen weltweit bedeutsamen Bauwerks, des Römerkastells Saalburg, die Frage eindeutig, und seit 1974 entschieden, was gebaut wird. Über 100 Häuser aus den letzten 400 Jahren sind an dieser Stelle aufgebaut: Der Hessenpark, das Freilichtmuseum im Taunus, ist ein weit über Hessen bekanntes und bedeutsames Architekturmuseum der besonderen Art!
1974 wurde das Museum gegründet. Ziel war es, der Nachwelt zu zeigen, wie man früher in Hessen wohnte, lebte und arbeitete. Vom nordhessischen Gutshof, einem mittelhessischen Tagelöhnerhaus bis zum südhessischen Wirtshaus kann man unterschiedliche hessische Regionen erkunden – und muss auch nicht auf den Besuch einer alten Dorfschule verzichten. Aber allzu bequem geht es bei diesem Besuch nicht zu.
An den verschiedenen Baugruppen wird die Entwicklung des ländlichen Hessens sichtbar. Seit der Gründung sind regelmäßig neue Bauten im Hessenpark zu entdecken, auch eine historische Windmühle fehlt inzwischen nicht mehr. 2003 kam mit der historischen Häuserzeile des früheren Gießener Marktplatzes ein besonderes Element hinzu.
Dort sind jetzt Geschäfte, ein Lokal und das "Landhotel zum Hessenpark" untergebracht.
Doch auch jetzt ist der Hessenpark noch nicht vollständig ausgebaut. Zahlreiche alte Häuser lagern in den Depots und warten auf ihren Aufbau.
Neben den historischen Gebäuden kann man das Ausüben alter Handwerksberufe bestaunen. Man erlebt, wie die Bauern einst mit der Kraft von Pferd, Ochse oder Kuh die Feldarbeit verrichtet haben, ein Dorfschmied lässt den Hammer auf den Amboss knallen, ein Korbflechter zeigt seine Kunst, im Backhaus wird Brot gebacken und ein Köhler geht seinem rußigen Handwerk nach: Es gibt noch viele andere traditionelle Fertigkeiten, die im Hessenpark lebendig gehalten werden.
Einige Häuser beherbergen Dauerausstellungen, die lebendig Informationen über die damalige Zeit vermitteln – zu so unterschiedlichen Themen wie Turmuhren, Zeit der Auswanderung oder hessische Malerei. Andere Ausstellungen des Hessenparks informieren über die Geschichte der Drucktechnik oder die Geschichte der Fotografie. Im Posthaus wird gezeigt, wie eng das Thema Telefonvermittlung und Post noch in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts miteinander verknüpft war. In einem anderen Haus gibt es viele verschiedene Trachten der Region anzusehen.
Die Original-Gebäude, die an ihrem ursprünglichen Standort nicht erhalten werden konnten, stammen aus den verschiedenen Regionen Hessens. Auf über 65 ha Freifläche können die Besucher des Hessenparks in den über 100 nach wissenschaftlichen Grundsätzen wiedererrichteten Gebäuden hautnah erleben, wie Menschen früher lebten und arbeiteten. Die einzigartige Sammlung hessischer Fachwerksarchitektur zeigt die Gebäude so aufgebaut und zusammengestellt, dass der Besucher einen Eindruck von den baulichen, sozialen und wirtschaftlichen Gefügen vergangener Zeiten erhält.
Sie sind ihrer Herkunft entsprechend in fünf Baugruppen geordnet und stellen eine für die jeweilige Region typische Siedlungsform dar. So ist leichter vorstellbar, wie ein Haufendorf, ein Reihendorf oder ein Weiler genau ausgesehen hat. Zu sehen gibt es die gesamte Bandbreite der historischen Haus- und Hofformen Hessens. Angefangen beim Gutshof bis zum Kleinbauern-, Tagelöhner- und Hirtenhaus.
So wird ein Spaziergang durch das Freilichtmuseum Hessenpark auch zugleich zu einem Spaziergang durch das Land Hessen.
Das Freilichtmuseum bietet ein umfangreiches museumspädagogisches Programm für unterschiedliche Besuchergruppen an, von themenbezogenen Führungen bis zu Projektaufenthalten für Schulklassen. Im April 2011 wurden die noch nicht eröffneten, neuen Stationen des Hartig-Walderlebnispfades eingeweiht. Besucherinnen und Besucher des 2 km langen Pfades werden mit Hilfe von Texttafeln über unterschiedliche Themen wie alte Bewirtschaftungs- und Nutzungsformen des Waldes in Hessen und die Prinzipien der modernen Forstwirtschaft informiert. Mitmachstationen fördern den spielerischen Umgang mit Elementen nachhaltiger Forstwirtschaft und bieten die Möglichkeit, selbst aktiv zu werden.
Kontakt:
Freilichtmuseum Hessenpark
Laubweg 5
61267 Neu-Anspach / Taunus
Fon: 06081 - 588 0
Fax: 06081 - 588 12
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