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Das Brüder Grimm-Haus in Steinau im Main-Kinzig-Kreis ist das einzige noch erhaltene Wohnhaus von Jacob und Wilhelm Grimm. Von 1791 bis 1796 lebten sie im Amtshaus von Vater Grimm. Heute ist Burkhard Kling dort der Hausherr - sozusagen. Der Museumsleiter übernahm das Brüder Grimm-Haus vor 13 Jahren, ebenso wie das gegenüber liegende Museum Steinau.
"Ich habe mich eigentlich immer schon für die Museumsarbeit interessiert", erzählt er. "Und ich habe schon immer gesagt, ich möchte gerne Museumsarbeit in der Region machen, da ich der Meinung bin, es gibt sehr viel Hochkarätiges in der Region, auf dem Land. Und da möchte ich versuchen, einfach Schwerpunkte zu setzen. Ich glaube, das ist mit den beiden Steinauer Häusern durchaus gelungen."
Im Erdgeschoss des Brüder Grimm-Hauses geht es um das Leben der Familie Grimm. Im Obergeschoss dreht sich alles um die Märchen. Erstausgaben werden gezeigt, Märchenthemen im Theater, in der Kunst und in der Alltagskultur. Hörkästen und Fühlstationen sollen verschiedene Sinne ansprechen. Im Museum Steinau in der ehemaligen Scheune geht es um das Reisen und um die Handelsstraße von Leipzig nach Frankfurt, die durch Steinau führt.
16.000 Besucher hatten die beiden Museen in den ersten zehn Monaten dieses Jahres. Museumsleiter Kling hofft, dass der Kulturpreis des Main-Kinzig-Kreises die beiden Häuser noch bekannter macht und künftig doppelt so viele Gäste kommen: "Ich merke ja immer wieder, wie überrascht unsere Besucher sind, wenn sie unsere Häuser gesehen und erlebt haben." Das Ziel des Museumsleiters für die Zukunft: Die Leute sollen extra wegen seiner beiden Museen nach Steinau kommen.
Neben Burkhard Kling wird auch der 1946 in Gelnhausen geborene Bildhauer Claus Bury ausgezeichnet. Er habe, so die Jury, mit seinen Skulpturen und Bauwerken internationale Beachtung erfahren und bringe "bildende Kunst und Architektur wunderbar zusammen". Mit dem Kulturpreis 2011 solle der ehemalige Schüler der Zeichenakademie Hanau "zurück in den Main-Kinzig-Kreis und ins Bewusstsein der Bürgerinnen und Bürger" geholt werden.
Der junge Cellist Leander Kippenberg könne schon eine beachtliche künstlerische Laufbahn vorweisen, so die Jury. Mit gerade mal 20 Jahren ist er schon Solocellist bei der Deutschen Streicherphilharmonie Berlin, studierte seit 2006 als Jungstudent und seit 2010 als Vollstudent in Frankfurt. Er spielt in verschiedenen Ensembles und absolviert zahlreiche Konzertreisen. Kippenberg bekommt einen Förderpreis.
Der Main-Kinzig-Kreis vergibt seinen Kulturpreis seit 1977. Nach Angaben des Kreises soll der Preis die Perspektiven, Trends und Umbrüche in der Kultur der Gesellschaft widerspiegeln und die Kunst- und Kultur der Region fördern. Bis heute haben den Preis 94 Personen erhalten. Er ist mit 10.000 Euro dotiert.
Quelle: Hr-online - unter Verwendung eines Berichts von Kathrin Rudolph.