Systematisch erfasst: Denkmäler des Landkreises Fulda

landkreis-fuldaMit der Denkmaltopografie des Landkreises Fulda II (Altkreis Hünfeld) sind nun etwa zwei Drittel der Fläche Hessens durch Denkmaltopographien erfasst.

„Damit leistet das Landesamt für Denkmalpflege Hessen einen herausragenden Beitrag zur Bewahrung des kulturellen Erbes unseres Landes.“ sagte Ernst Wegener, stellvertretender Leiter der Abteilung Kultur und Kunst im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst bei der Präsentation des Bands im Landratsamt Fulda.

Weiter erklärte Wegener: „Dieses Wissen ist damit für künftige Generationen gesichert. Nicht zuletzt bietet die Denkmaltopographie wichtige Informationen, wenn es um Entscheidungen zur baulichen Entwicklung an einem Ort geht.“

Erfasst wird der Denkmalbestand des nördlichen Kreisgebiets mit weiten Teilen des ehemaligen Landkreises Hünfeld. Der Band stellt rund 750 Kulturdenkmäler in den Gemeinden Hünfeld, Burghaun, Eiterfeld, Nüsttal und Rasdorf mit ihren jeweiligen Ortsteilen in Wort, Bild und Karte vor. Die Herausgabe des 502 Seiten umfassenden Buchs erfolgte mit Unterstützung des Landkreises und der Kreissparkasse Fulda.

„Für uns ist die Denkmaltopografie ein Instrument von unschätzbarem Wert“, ergänzte Prof. Dr. Gerd Weiß, Präsident des Landesamts für Denkmalpflege Hessen. „Die Denkmaltopografie führt die Vielzahl der Kulturdenkmäler in den genannten Gemeinden eindrucksvoll vor Augen und stellt so die denkmalwerte Bausubstanz einer ganzen Region vollständig dar. Mit der Denkmaltopographie geben wir allen in der Denkmalpflege, im Bau- und Planungsgeschehen Tätigen ein grundlegendes Instrumentarium an die Hand. Denkmaleigentümer sind stolz darauf, dass die Denkmaleigenschaft ihres Gebäudes veröffentlicht wird. Für alle, die sich in der Denkmalpflege engagieren, ist die Denkmaltopografie eine wichtige Unterstützung bei dem gemeinsamen Werben für die Erhaltung des kulturellen Erbes in Hessen.“

„Zu den Besonderheiten des Landkreises gehören neben interessanten Kirchenbauten wie der Stiftskirche in Rasdorf oder St. Georg in Eiterfeld die vielen Bildstöcke, Flurkreuze und Heiligenfiguren, die von der langen Tradition des Katholizismus in weiten Teilen dieser 2

Region zeugen,“ sagte Dr. Adrian Seib, der Autor des Bands. „Besonders beeindruckend ist die markante Ortsansicht von Burghaun, die sich durch das Nebeneinander von katholischer und evangelischer Pfarrkirche auszeichnet. Außerdem beherbergt Burghaun einen der bedeutendsten jüdischen Friedhöfe Osthessens, der weit in das 17. Jahrhundert zurückreicht. In Hünfeld prägen die St. Jakobuskirche und die in weiten Teilen erhaltene mittelalterliche Stadtmauer das Ortsbild. Zur unverwechselbaren Charakteristik der Landschaft tragen auch einige beeindruckende Schlossanlagen und wertvolle Fachwerkgebäude bei.“

Der Band Fulda I (Altkreis Fulda) wird derzeit abschließend bearbeitet und voraussichtlich 2013 erscheinen. Bisher hat das Landesamt für Denkmalpflege Hessen 48 Einzelbände der Denkmaltopografie vorgelegt und liegt mit dem nun erschienenen Band 49 bundesweit in führender Position.

Das Landesamt für Denkmalpflege ist nach dem hessischen Denkmalschutzgesetz zur Erfassung, Erforschung und Dokumentation aller Denkmäler in Hessen und zur Benachrichtigung der Eigentümer verpflichtet. Das geschieht auf der Grundlage der Denkmaltopografie, die nach einem Beschluss der Kultusministerkonferenz in allen Bundesländern herausgegeben wird. Die Erstellung der Denkmaltopografie Bundesrepublik Deutschland wurde von der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder empfohlen. Ziel ist die vollständige Erfassung der Kulturdenkmäler in Deutschland und deren einheitliche Darstellung. Die ersten Bände erschienen 1981 und 1982 in Hessen und Niedersachsen.

Quelle: Minsterium für Wissenschaft und Kunst, Landesamtes für Denkmalpflege