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Er wächst in Westfalen, Hessen und Niedersachen auf. Nach dem Abitur schreibt er sich für Germanistik, Anglistik und Geschichte an der Universität Tübingen ein. Gemeinsam mit einem Kommilitonen aus dem Germanistikseminar gründet er die "Floyd-Floodlight-Foyer-Band", mit der er Schlager und "Behelfsjazz" aus den 20er und 30er Jahren auf Marktplätzen und in Altenheimen spielt.
1980 wird er an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart angenommen. 1981, also noch zu Studienzeiten, spielt er in Michael Verhoevens Film "Die weiße Rose" die Rolle des Willi Graf und wird nach Beendigung seines Schauspielstudiums von den Städtischen Bühnen Heidelberg engagiert. 1984 holt ihn Peter Zadek für die Rolle des SS-Offiziers Kittel in Ghetto an der Freien Volksbühne Berlin und nimmt ihn im Jahr darauf mit ans Hamburger Schauspielhaus, wo Tukur bis 1995 in zahlreichen Rollen glänzt.

1993 produziert, schreibt und spielt er seine Mörder-Revue "Blaubarts Orchester" am Schmidts Tivoli in Hamburg, vier Jahre später die Revue "Einmal Casanova sein". Von 1995 bis 2003 leitet er zusammen mit Ulrich Waller, dem Regisseur dieser Revuen, als Intendant die Hamburger Kammerspiele.
Schon 1995, also fünf Jahre nach seinem Schallplattendebüt als Sänger auf dem Album Tanzpalast gründet er mit "Ulrich Tukur und die Rhythmus Boys" die "älteste Boygroup der Welt". Das Quartett widmet sich auf zahlreichen Tourneen und Tonträgern wie z. B. "Morphium" oder "Musik hat mich verliebt gemacht" sowohl Evergreens aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts als auch Eigenkompositionen. Parallel macht Tukur eine rasante Film- und Fernsehkarriere, spielt etwa in Costa-Gavras' "Der Stellvertreter" und "Eden Is West", Steven Soderberghs "Solaris", dann 2006 als Stasi-Leutnant Anton Grubitz im Oscar-prämierten Film "Das Leben der Anderen" und aktuell den "Tatort"-Kommissar Felix Murot.

Ulrich Tukur wurde unter anderem mit dem Goldenen Bären, der Goldenen Kamera, dem Adolf-Grimme-Preis, dem Deutschen Fernsehpreis und zweimal mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet. Nachdem er schon zwei erfolgreiche Hörbücher gelesen hatte, gab er 2007 mit Die Seerose im Speisesaal sein eigenes literarisches Debüt. Ulrich Tukur hat zwei Töchter aus erster Ehe, Lili und Marleen. Er lebt mit seiner zweiten Frau, der Fotografin Katharina John, und etwa zweitausend Schellack-Platten auf der Insel Giudecca im Süden von Venedig.
Quellen: hr-online. ARD