Felix Mussil

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Denn Mussils Karikaturen wurden viele Jahre, etwa alle zwei, drei Tage, auf der FR-Titelseite gedruckt. „Seine Zeichnungen waren der erste Kommentar im Blatt, die FR hatte ja nie einen Leitartikel oder Kommentar auf der Seite 1“, erinnert sich Roderich Reifenrath, Chefredakteur von 1992 bis 2000. Optik und Fotos hätten damals noch keinen so großen Stellenwert gehabt, umso wichtiger sei die Karikatur gewesen. Seine Leitlinie wat stets, witzig und ironisch zu sein, aber nicht höhnisch, durchaus mal polemisch, aber nicht dogmatisch, treffend, aber nicht um jeden Preis. „Dabei immer die Feder in der Tusche, aber nie im Gift“, wie frühere Zeitungskollegen feststellen.

Der Karikaturist hatte sich im alten Domizil der FR nahe der Frankfurter Hauptwache einen besonderen Arbeitsplatz geschaffen: sein Atelier befand sich in einer abenteuerlichen Abstellkammer auf dem Dach des Rundschau-Hauses. Seine Klause in luftiger Höhe war nicht nur über eine Treppe, sondern auch auf direktem Weg über die Dachpappe erreichbar. Zum Mittagessen in der Kantine ging Mussil meist diese Strecke, nur durch die großen Leuchtreklame-Buchstaben vorm Abgrund geschützt.

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Verhältnismäßig selten erhielt man Zugang zu dem Refugium. Mussil brauchte Ruhe. Nicht nur, um seine berühmten "Hundert-Minuten-Zeichnungen" zu fertigen, mit denen er nachmittags die Redaktion überraschte. Häufig tüftelte er an einem seiner geliebten Radioempfänger herum. Der Mann besitzt nicht nur Scharfblick, sondern auch ein Faible für Elektrotechnik. Ein Weltempfänger war seine wichtigste Inspirationsquelle. Und wenn der quäkte, war Mussil für niemanden zu sprechen.