
Aufgrund der UNESCO-Konvention über den Schutz des Weltkulturerbe und Weltnaturerbe vom 16. November 1972 (BGBl. II 1977, 213) sind in Hessen bisher
in die Liste des Welterbes aufgenommen worden. Detaillierte Informationen zu den hessischen Stätten auf der UNESCO-Liste des Welterbes der Menschheit finden Sie auf deren Internetseiten.
Zum UNESCO Welterbe gehört seit 1991 das Kloster Lorsch mit der berühmten rund 1200 Jahre alten Königshalle. Der Bau steht heute stellvertretend für die großartige Architektur des einst bedeutendsten Glaubens- und Kulturbrennpunkts des Frankenreiches. Um 760 gegründet, von Karl dem Großen mit Privilegien ausgestattet, entwickelte sich Lorsch im Mittelalter schnell zu einem mächtigen Kloster mit reichem Grundbesitz von der Nordsee bis zu den Alpen. 1557 im Zuge der Reformation aufgelöst, wurden 1621 die Gebäude bis auf wenige Reste zerstört und abgetragen. Nur noch die Königshalle, ein romanischer Kirchenrest, die Zehntscheune und die Umfassungsmauer sowie die archäologischen Funde lassen die einstige Dimension ahnen.
Die Ausstellungen im nahe gelegenen Museumszentrum bieten umfassende Informationen zu der Welterbestätte.
Nibelungenstrasse 32 und 35
64653 Lorsch
Fon: 0 62 51/103 82 0
E-Mail: muz@kloster-lorsch.de
Internet: www.kloster-lorsch.de
Öffnungszeiten: Di - So 10 - 17 Uhr
Der Fossilienfundort Grube Messel bei Darmstadt ist die einzige UNESCO-Weltnaturerbestätte in Deutschland. In einem ehemaligen Kratersee ist die Lebenswelt der Zeit vor etwa 47 Millionen Jahren konserviert worden!
Das bekannteste der zahlreichen und ungewöhnlich gut erhaltenen Fossilien ist das Messeler Urpferdchen. Im Ölschiefer der Grube ist nahezu das gesamte Spektrum der Pflanzen- und Tierwelt jener Zeit erhalten – bis hin zu Mageninhalten von Tieren, die uns den „Speiseplan“ der Lebewesen aus der Vorzeit zeigen. Funde aus der Grube Messel sind im Senckenberg Museum, Frankfurt/Main, im Hessischen Landesmuseum Darmstadt und im Heimat- und Fossilienmuseum in Messel zu sehen. Die Grube Messel selbst darf allerdings nur in geführten Gruppen betreten werden. Ein Blick auf die Fundstätte ist von der Besucherplattform aus möglich.
64409 Messel
Fon: 0 61 59/71 75 35
E-Mail: info@grube-messel.de
Internet: www.grube-messel.de
Führungen vom 1. April bis 30. Oktober an jedem Samstag und Sonntag um 13.30 und 15 Uhr, Treffpunkt an der Infostation Grube Messel.
Im Jahr 2002 hat die UNESCO das Obere Mittelrheintal, eine der großartigsten und ältesten Kulturlandschaften, in die Reihe der Welterbestätten aufgenommen. Im Gegensatz zu den meisten Welterbestätten, die als kulturelle Einzelobjekte oder Naturdenkmäler geführt werden, wurde - erstmals in Deutschland - ein Großraum gewürdigt, dessen Besonderheit im Zusammenwirken von Kultur- und Naturlandschaft liegt.
Das ist eine Gegend wie ein Dichtertraum, und die üppigste Phantasie kann nichts Schöneres erdenken, als dieses Tal“, schrieb Heinrich von Kleist nach einer Reise auf dem Mittelrhein 1803. Er meinte jenes einzigartige Zusammenspiel von Wasser, Felsen, Weinbergen, Burgen, Schlössern, Kirchen und historischen Ortsbildern, mithin jener stimmige Gesamtkanon „Mittelrhein“, der auch nach 200 Jahren nichts von seiner Anziehungskraft verloren hat und nun zum „Welterbe der Menschheit“ zählt. Diese einzigartige Symbiose von 2000 Jahren Menschenwerk vor einer Jahrmillionen alten Naturkulisse erstreckt sich auf einer Länge von 65 Kilometern in den Bundesländern Hessen und Rheinland-Pfalz.
Infos zum Mittelrheintal unter www.rheingau-taunus-info.de und www.welterbe-mittelrheintal.de
Die Saalburg ist das einzige weitgehend rekonstruierte Römerkastell am Limes. Fast wie vor 1800 Jahren können Sie dort heute ein Stück weit die Römerzeit selbst erleben. Die Anlage ist eines der herausragenden Museen zur Epoche und bietet immer ein abwechslungsreiches Veranstaltungsprogramm für die gesamte Familie. Kaiser Wilhelm II. hat die Saalburg auf der Grundlage archäologischer Befunde wieder aufbauen lassen, sie zeigt den Zustand der Zeit um 200 nach Christi Geburt.
Archäologischer Park
61350 Bad Homburg
Fon: 06175/9374-0
E-Mail: info@saalburgmuseum.de
Internet: www.saalburgmuseum.de
Öffnungszeiten: Mai-Juli täglich 9-18 Uhr
Die Grenze zwischen dem Römischen Reich und Germanien war der Limes. Er zieht sich durch die vier Bundesländer Hessen, Baden-Württemberg, Bayern und Rheinland- Pfalz. Die einstmals gigantische Befestigung ist mit einer Länge von 550 Kilometern, mit rund 100 Kastellen sowie 900 Wachtürmen das größte archäologische Denkmal unseres Kontinents. Der „Obergermanisch-raetische Limes“ zählt seit 2005 zum UNESCO Weltkulturerbe der Menschheit. Die Reste von Wall und Kastellen sind an vielen Stellen im Gelände noch gut sichtbar. Im hessischen Teil (160 Kilometer lang) führen besonders in Taunus und Wetterau viele herrliche Wander- und Radwege am Limes entlang.
Infos zum Limes unter www.limesstrasse.de
Bilder: HMWK , Saalburgmuseum , HA Hessen Agentur GmbH
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