Homepage

William Forsythe

Der aus den U.S.A. stammende William Forsythe gilt als einer der führenden Choreografen weltweit. Seine Werke sind dafür bekannt, die Praxis des Balletts aus der Identifikation mit dem klassischen Repertoire gelöst und zu einer dynamischen Kunstform des 21. Jahrhunderts geführt zu haben. Er wurde jetzt 60 Jahre alt.

25.01.10
William-Forsythe 2.jpg

Forsythe wuchs in New York auf. Nach frühem Musikunterricht (Geige, Fagott, Querflöte) trat er schon mit zehn Jahren in diversen Musicals auf. Am College erhielt er seinen ersten Tanzunterricht, den er an der Joffrey Ballet School in New York perfektionierte. Später tanzte er mit dem Stuttgarter Ballett, dessen Hauschoreograf er 1976 wurde. In den folgenden sieben Jahren schuf er neue Werke für das Stuttgarter Ensemble und Ballett-Kompanien in München, Den Haag, London, Basel, Berlin, Frankfurt am Main, Paris, New York und San Francisco.

1984 begann seine 20-jährige Tätigkeit als Direktor des Ballett Frankfurt, mit dem er Arbeiten wie «Artifact» (1984), «Impressing the Czar» (1988), «Limb’s Theorem» (1990), «The Loss of Small Detail» (1991, in Zusammenarbeit mit dem Komponisten Thom Willems und dem Designer Issey Miyake), «A L I E / N A(C)TION» (1992), «Eidos:Telos» (1995), «Endless House» (1999), «Kammer/Kammer» (2000) und «Decreation (2003)»schuf.

Nach drastischen Etatkürzungen kündigte William Forsythe 2004 seinen Vertrag mit der Stadt Frankfurt und baute in der Folgezeit sein eigenes Ensemble "The Forsythe Company" auf, das in Frankfurt am Bockenheimer Depot und in Dresden am Europäischen Zentrum der Künste Hellerau wirkt und darüber hinaus internationale Gastspiele gibt.

William-Forsythe-1.jpg

Forsythes jüngste Werke werden ausschließlich von dieser neuen Kompanie entwickelt und aufgeführt, während seine früheren Arbeiten einen zentralen Platz im Repertoire praktisch aller wichtigen Ballettensembles der Welt einnehmen, wie beispielsweise Kirov (Mariinsky) Ballett, New York City Ballet, San Francisco Ballet, National Ballet of Canada, Royal Ballet Covent Garden und Ballet de l’Opéra de Paris.

Forsythes tiefgreifendes Interesse in organisatorischen Grundprinzipien hat es ihm ermöglicht, ein breites Spektrum von Projekten zu realisieren, wie Installationen, Filme und Internet-basierte Wissensentwicklung.

Forsythes Choreographien entstanden und entstehen durch ein Verschmelzen von klassischem Ballett mit zeitgenössischen Kunstströmungen wie Malerei, Performance, Architektur oder Multimedia. William Forsythe nimmt dabei zur Politik und ihren Mechanismen Stellung, zu Macht, Gewalt, Krieg aber auch anderen Themen unserer Zeit.

Ballett ist bei ihm nicht unbedingt die Darstellung einer Geschichte, es denkt auch tanzend über sich selbst nach. Die Aufführung als solche gerät zu einer lebendigen Situation, die von den Tänzern aktiv gestaltet wird und in die das Publikum mit einbezogen werden kann. "Ich suche Bedingungen, die den Tänzern die Möglichkeit geben, Verantwortung zu übernehmen", sagte er einmal.

Weitere Informationen



In Kooperation mit kulturkurier.de .
© 2009 Kulturportal Hessen. Rechtliche Hinweise

.