
Die Theaterautorin Rebekka Kricheldorf erhält die mit 3000 Euro dotierte Auszeichnung auf Vorschlag von Verlagen durch die Stadt Kassel und die Stiftung Brückner-Kühner. Sie wird jungen Autoren verliehen, die auf hohem künstlerischen Niveau das Komische gestalten.
Der Förderpreis wird gemeinsam mit dem Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor vergeben, der, wie bereits früher im Kulturportal gemeldet, Herbert Achterbusch zugesprochen wurde.
Rebekka Kricheldorf, 1974 in Freiburg geboren, erhält den Preis für ihre herausragende Sprachkunst, mit der sie das Komische in ihren Stücken auf vielfältige und frische Weise formt. Darin folgte die Jury dem Vorschlag von Kricheldorfs Verlag Gustav Kiepenheuer Bühnenvertrieb aus Berlin, wie Oberbürgermeister Bertram Hilgen jetzt bekannt gab. Bisherige Förderpreisträger waren Frank Schulz, Jochen Schmidt, Tilman Rammstedt, Jess Jochimsen, Philipp Tingler und Michael Stauffer.
Nach dem Abitur studierte sie an der Humboldt-Universität Berlin Romanistik und absolvierte den Studiengang Szenisches Schreiben an der Universität der Künste Berlin (1998-2002). Sie schrieb Auftragswerke für das Staatstheater Stuttgart („Die Ballade vom Nadelbaumkiller“) und das Theater Neumarkt in Zürich („Floreana“, „Hotel Disparu“). 2004 war sie Hausautorin am Nationaltheater Mannheim. Für ihr Stück „Prinzessin Nicoletta“ wurde sie 2002 mit dem Publikums- und Verlegerpreis beim Heidelberger Stückemarkt ausgezeichnet, für „Kriegerfleisch“ erhielt sie 2003 den Kleist Förderpreis für junge Dramatiker, mit „Die Ballade vom Nadelbaumkiller“ in der Regie von Erich Sidler wurde sie 2005 zu den Mülheimer Theatertagen eingeladen. Rebekka Kricheldorf lebt in Berlin.
In seiner Eigenschaft als Jury begründet der Stiftungsrat seine Entscheidung für Rebekka Kricheldorf wie folgt:
„Der Preis zeichnet eines der interessantesten Talente der jungen deutschsprachigen Theaterdichtung aus. Er würdigt insbesondere, wie originell und phantasievoll Rebekka Kricheldorf Komik in ihren Stücken einsetzt. Beeindruckend ist dabei ihr so poetischer wie humorvoller Umgang mit Sprache: als Spielmaterial für den Entwurf schräger Figuren, für die oft persiflierende Zeichnung moderner Märchen und Mythen, für die satirische Verdichtung heutiger Themenmärkte und medialer Oberflächen, gebrochen an großen Stoffen und zeitlosen Motiven ebenso wie an der vermeintlichen Banalität des Alltäglichen.“
Die Preisverleihung findet am 27. Februar 2010 im Kasseler Rathaus statt. Die Kasseler Sparkasse hat auch in diesem Jahr die Finanzierung des Förderpreises übernommen.
Weitere Informationen zur Stiftung Brückner-Kühner und ihrem Programm finden sich unter dieser Webseite
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