
Der Lyriker Werner Söllner ist als Leiter des Hessischen Literaturforums zurückgetreten. Söllner war wegen seiner früheren Kooperation mit dem rumänischen Geheimdienst in die Kritik geraten.
Söllner habe um die Entbindung seiner Aufgabe gebeten. Dies bestätigte die Vorsitzende des Literaturforums, Eva Demski, am Samstag. Söllner werde aber weiterhin für das Literaturforum in Frankfurt arbeiten, betonte Demski.
Der aus Rumänien stammende Söllner hatte vor einigen Wochen auf einer Tagung in München eingeräumt, in den 1970er Jahren als Student den Geheimdienst "Securitate" über die Arbeit von befreundeten deutschsprachigen Schriftstellern informiert zu haben. Er deutete ihre Gedichte und Prosatexte und erklärte die darin enthaltenen Anspielungen. Er sei nach eigenen Angaben damals unter Drohungen des Geheimdienstes von 1971 bis 1974 zum "IM (inoffiziellen Mitarbeiter) wider Willen" geworden. "Ich bin jemand, der sich nicht ausreichend zur Wehr setzen konnte. Das kann ich mir bis heute nicht nachsehen", so Söllner im Dezember im hr-fernsehen.
Nachfolger Söllners wird dessen langjähriger Mitarbeiter im Literaturforum, Harry Oberländer. Söllner werde Oberländers Funktion übernehmen, sagte Demski. Sie äußerte erneut Verständnis für Söllner und erklärte, die scharfen Angriffe gegen ihn seien unberechtigt.
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