
Africa Alive widmet sich 2010 einem der derzeit wichtigsten Staaten des Kontinents: Südafrika. Anlass ist nicht allein die erste Fußball-WM in Afrika, sondern vor allem das pulsierende Kulturleben am Kap der Guten Hoffnung.
Die Regenbogennation gilt seit dem Ende der Apartheid vor 20 Jahren tatsächlich als großer Hoffnungsträger. Es kam zu umwälzenden Veränderungen. Dies zeigt sich auch in den Künsten. So boomt die Filmwirtschaft wie nie zuvor. Die beiden Festivalkinos Filmforum Höchst und Mal Seh’n Kino (das Filmmuseum ist wegen Renovierung geschlossen) zeigen preisgekrönte Werke. Erstmals sind einzelne Filme auch in Wiesbaden zu sehen: im „Caligari“ und im „Murnau Filmtheater“.
Der mehrfach prämierte Eröffnungsfilm „Jerusalema“ (am 3.2. in Höchst) erzählt die authentische Geschichte vom Aufstieg und Fall des „South African Gangster“ Lucky Kunene. Der Spielfilm „Nothing but the Truth“ (2. FESPACO-Preis) zeigt zwei Brüder, die dem ANC unterschiedlich nahe standen. Auch Jihan El-Tahris hochaktuelle Dokumentation „Behind the Rainbow“ hat den ANC zum Thema. Ihre Protagonisten sind unter anderem Thabo Mbeki und Jacob Zuma. Am 6.2. wird gemeinsam mit „medico international“ und in Anwesenheit der Regisseure der Dokumentarfilm „When the Mountain meets its Shadow“ präsentiert, der das Überleben in den Armenvierteln um Kapstadt schildert. Zwei Tage später stellt „medic“ dann „Fahrenheit 2010“ zur Thematik der Fußnall-WM in Südafrika vor. Ebenfalls im Programm ist der Berlinale-Überraschungssieger 2005, „U-Carmen eKhayelitsha und Fools“ von 1997, der erste Langfilm eines schwarzen Südafrikaners. Daneben gibt es weitere Highlights aus Nord- und Westafrika.
Eine Lesung in der Zentralbibliothek am 10.2. bestreitet Lesego Rampolokeng, Beiname „zorniger Ketzer“. Der international bekannte Poet war in der radikalen Black Consciousness Movement aktiv. Im Foyer des Filmforums Höchst gewährt die Ausstellung „Johannesburg: Metamorphosen einer Stadt“ mit Fotografien von Andrew Tshabangu subtile Einblicke in das Herz Südafrikas. Die poetischen Schwarz-Weiß-Bilder rühren häufig aus Zufallsbegegnungen mit Straßenhändlern, Taxifahrern, Obdachlosen oder Reisenden. Auch das Politische Podium im Haus am Dom (am 7.2.) hinterfragt die Realität und zieht Bilanz: Hat Südafrika alle Chancen genutzt?
Den musikalischen Rahmen bilden zwei Konzerte mit Malick Pathé Sow und Habib Koité, während im Senckenberg Naturmuseum mit der Clown-Akrobatengruppe Adesa zum Kinderfasching geladen wird.
Der genaue Programmablauf kann im Programmheft nachgelesen werden, das in der rechten Spalte als Download bereitgestellt ist.
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